Ihr Kurs-Nachschlagewerk mit allen wichtigen Informationen zur Ersten Hilfe bei Kindern und Säuglingen — kompakt, verständlich und jederzeit verfügbar.
Inhalte entdeckenIm Notfall zählt jede Minute. Die Rettungskette zeigt den Ablauf vom Erkennen der Notlage bis zur Versorgung im Krankenhaus.
Absichern & Lebensrettende Sofortmaßnahmen
Parallel zum Handeln den Rettungsdienst alarmieren
Weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen
Professionelle medizinische Versorgung
Weitergehende Behandlung
In Deutschland dauert es durchschnittlich 9 bis 17 Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft. In dieser Zeit sind Sie als Ersthelfer die wichtigste Person, um lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen.
Die 112 ist die europaweite Notrufnummer für medizinische Notfälle. Wählen Sie diese ohne Vorwahl. Auch wenn Sie versehentlich die 110 wählen, werden Sie an die richtige Stelle weitergeleitet.
Bleiben Sie so lange am Telefon, bis die Disponentin oder der Disponent sagt, dass Sie auflegen dürfen. Sie werden durch den Notruf geführt — es werden alle wichtigen Informationen erfragt.
Die 19222 ist die Nummer des qualifizierten Krankentransport, nicht des Rettungsdienstes. Bei einem Notfall immer die 112 wählen!
Eine der häufigsten Notfallsituationen bei Kindern. Kinder nehmen alles in den Mund — besonders im Alter von 1 bis 4 Jahren.
→ Zum Husten ermutigen, Ruhe bewahren, Kind aufrecht hinsetzen
→ Sofort handeln! Notruf 112!
Keine Maßnahmen zur Fremdkörperveränderung und kein kräftiges Klopfen zwischen die Schultern, solange effektives Husten möglich ist.
Wichtig: Bei Säuglingen unter 1 Jahr darf kein Heimlich-Manöver durchgeführt werden!
Bewusstlosigkeit ist immer ein lebensbedrohlicher Zustand. Der Muskeltonus erschlafft, die Zunge kann den Atemweg blockieren, der Magen kann sich öffnen und Mageninhalt in die Lunge gelangen.
Wenn ein bewusstloses Kind atmet, muss es in die stabile Seitenlage gebracht werden, um die Atemwege frei zu halten.
Den Ihnen nächsten Arm des Kindes im rechten Winkel nach oben legen.
Die andere Hand des Kindes an die Ihnen zugewandte Wange legen und festhalten.
Das entfernte Bein anwinkeln und das Kind zu sich herüber rollen.
Kopf leicht überstrecken, Mund öffnen, damit Flüssigkeit abfließen kann.
Keine klassische stabile Seitenlage durchführen! Stattdessen eine modifizierte Seitenlage oder Bauchlage anwenden. Bitte an den Wärmeerhalt denken — Rettungsdecke nutzen!
Jede Minute ohne Wiederbelebung sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10-15 %. Sofortiges Handeln ist entscheidend!
Beginnen Sie mit 5 Initialbeatmungen. Bei Säuglingen: Mund-zu-Mund-und-Nase. Bei Kindern ab 1 Jahr: Kopf überstrecken, Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase.
Prüfen Sie auf Lebenszeichen: Bewegung, Husten, Schlucken.
Harter Untergrund, Oberkörper entkleidet. Im Verhältnis 15:2 fortfahren, bis der Rettungsdienst eintrifft oder Lebenszeichen zurückkehren.
Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ohne Hilfsmittel ermöglicht Überlebenswahrscheinlichkeiten zwischen 10 und 40 %. Mit einem AED (Defibrillator) steigt diese auf bis zu 80 % in den ersten 5 Minuten.
| Säugling (bis 1 Jahr) | Kind bis Pubertät | Jugendliche/Erwachsene (ab 12 Jahren) | |
|---|---|---|---|
| Initialbeatmung | 5 x zu Beginn | 5 x zu Beginn | keine |
| Drucktiefe | 3 cm | 4 cm | 6 cm |
| Druckfrequenz | 100 – 120 / min | ||
| Verhältnis Druck : Beatmung | 15 : 2 | 15 : 2 | 30 : 2 |
Ca. 550.000 Kinder pro Jahr betroffen — im Alter von 6 Monaten bis 6 Jahren. In den meisten Fällen harmlos, aber erschreckend für Eltern.
Ein Fieberkrampf ist ein plötzlich auftretender Krampfanfall, der bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren vorkommt. Er entsteht durch die Rolle des Botenstoffs Prostaglandin, der bei Infektionen ausgeschüttet wird. Das unreife Nervensystem reagiert mit einer Überreaktion auf den Temperaturanstieg.
Der Krampf beginnt oft, bevor das Fieber für die Eltern erkennbar ist. Die Prostaglandin-Ausschüttung erfolgt bereits vor dem Temperaturanstieg.
Pseudokrupp ist eine Virusinfektion der oberen Atemwege (Kehlkopf und Luftröhre), die vor allem Babys und Kleinkinder betrifft — meist bis 5 Jahre. Charakteristisch ist der bellende Krupphusten mit Atemnot.
Meist verursacht durch Erkältungsviren (Parainfluenza-, RS-, Rhino-, Adeno- und Metapneumo-Viren). Begünstigende Faktoren: kalte Winterluft, Luftverschmutzung, Zigarettenrauch, bestehende Allergien.
Häufig werden Cortison-Zäpfchen (z.B. Rectodelt) verschrieben. Pseudokrupp heilt meist von selbst innerhalb weniger Tage aus. Komplikationen sind selten.
30.000 Kinder erleiden pro Jahr in Deutschland eine thermische Verletzung. 70 % davon sind Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten.
Nur Rötung, wie Sonnenbrand. Haut intakt, Schmerzen. In der Regel kein Arztbesuch erforderlich. Ggf. Schmerzbehandlung.
Wunde rötlich und geschwollen, ggf. Blasenbildung. Sehr starke Schmerzen. Blasen nicht selbst öffnen! Arztvorstellung, je nach Ausdehnung Notruf.
Wunde wird weißlich, schwarzes Gewebe, offene Wunde. IMMER Notruf 112! Lebensgefahr!
Rettung aus der Gefahrenzone.
So schnell wie möglich entfernen (CAVE: eingebrannte Kleidung NICHT abreißen). Windel vorsichtig wechseln.
Kühlen nur bei kleinen Flächen mit lauwarmem Wasser (nicht eiskalt!). Wärmeerhalt sicherstellen.
Kindern unter 1 Jahr, Verbrennungen größer als die Handinnenfläche des Kindes, Verbrennungen am Körperstamm, im Gesicht, an Gelenken oder Genitalien.
Wichtige Informationen zu weiteren häufigen Notfallsituationen bei Kindern.
Spülmittel, Reinigungsmittel, Medikamente, Pflanzen — Kinder können sich mit vielen Substanzen vergiften.
Giftnotruf: 030 19240
Mit Symptomen: Notruf 112
Sturz auf den Kopf mit Risiko-Konstellation erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Häufig bei Kindern und meist harmlos, aber manchmal beunruhigend.
Keine Taschentücher in die Nasenlöcher stecken!
Bei anhaltendem Nasenbluten (>15 Min.): Notruf 112
Akute Atemnot durch Verengung der Atemwege.
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